LogiMAT 2026: Bartels-Geschäftsführer Sebastian Krayenborg im Gespräch
„Besucher können die Funktionsweise des Automatic-Tower erstmals direkt am Messe-Stand erleben“
Auf der LogiMAT 2026 zeigt die Karl H. Bartels GmbH erstmals ein Modell ihres neu entwickelten Automatic-Tower. Damit können Besucher die Funktionsweise der automatisierten Lagerlösung direkt am Messe-Stand erleben. Im Gespräch berichtet Bartels-Geschäftsführer Sebastian Krayenborg außerdem über erste Anwendungserfahrungen, Rückmeldungen von Kunden und was der Experte für maßgeschneiderte Lagerlösung hinsichtlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz plant.
Herr Krayenborg, im Vorgespräch wirkten Sie äußerst entspannt und in sich ruhend. Die anstehende LogiMAT 2026 scheint Sie nicht wirklich in Aufregung zu versetzen. Stimmt der Eindruck?
Der stimmt durchaus. Die Vorbereitungen laufen sehr gut, alles greift wie geplant in einander und unser Team hat ein wirklich schlüssiges und interessantes Programm zusammengestellt, das unser Produktportfolio hervorragend abbildet.
Was wird in diesem Jahr im Fokus stehen?
Wir werden wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen für unterschiedliche Bedarfe zeigen. Aus dem Segment `made by Bartels´ wird sicherlich ein Modell unseres neu entwickelten Automatic-Tower besonders viel Interesse auf sich ziehen. Damit können Besucher die Funktionsweise des Automatic-Tower erstmals direkt am Messe-Stand erleben.
Heißt das, Sie bringen einen kompletten Tower mit nach Stuttgart?
Wir werden eine reduzierte Form des Automatic-Towers zeigen, an dem seine Funktionsweise erlebbar wird. Sicherlich könnten wir auch einen raumhohen Tower zeigen, wichtig ist jedoch nur, dass die Besucherinnen und Besucher seine Funktionsweise begreifen und hierfür ist die Größe gar nicht so entscheidend. Unsere Kunden interessiert letztlich immer die Frage, wie eine Lösung sich in ihre Arbeitsumgebung einfügen würde, wie sich Prozesse dadurch gestalten und ob das Personal schnell damit arbeiten kann. Dafür reicht ein kleines, gut durchdachtes Modell. Und das bringen wir mit.
Klingt spannend und gleichzeitig herrlich entspannt. Allmählich verstehe ich, woher Ihre relaxte Stimmung rührt.
Klar bin ich auch ein wenig aufgeregt und freue mich auf die direkten Reaktionen der Besucher auf unsere Neuentwicklung. Bisher haben wir auf der LogiMAT ja nur Animationen des Towers gezeigt. Seit der letzten Messe hat sich das Projekt aber erheblich weiter entwickelt. Die ersten Tower wurden inzwischen gebaut und in Betrieb genommen, mit durchweg positiver Resonanz. Die Nachfrage bestätigt, dass sich die langjährige Entwicklungsarbeit gelohnt hat. Von der Konstruktion, über Bau und Auslieferung, bis hin zur Inbetriebnahme läuft alles wie geplant. Und auch was die weitere Auftragslage anbelangt, sind wir sehr zufrieden. Das Projekt hat schon viele Hürden genommen und jetzt ernten wir die Früchte unserer Arbeit. Das macht mich sehr zufrieden.
Sie sprachen gerade erste Anwendungsbeispiele an. Welche Resonanz haben Sie ganz konkret von den entsprechenden Kunden erhalten?
Ganz kurz? Einfach! Die Anwendung des Towers ist so einfach, dass Prozesse nicht nur beschleunigt, sondern auch deutlich sicherer werden. Das gilt nicht nur für die Ergonomie oder die Arbeitssicherheit, sondern auch ganz konkret für die Prozesssicherheit. Wird das Lagergut bei der Anlieferung korrekt eingelagert, dann ist es faktisch unmöglich, ein falsches Teil aus dem Tower zu entnehmen. Selbst wenn Aushilfskräfte oder sogar ungelerntes Personal einmal damit arbeiten sollten. Wir haben es immer wieder mit Unternehmen zu tun, die händeringend nach geeignetem Fachpersonal suchen. Mit dem Automatic-Tower löst sich dieses Problem teilweise in Luft auf. Die Entnahme ist deutlich ergonomischer und personaleffizienter als beispielsweise bei einem klassischen Kragarmregal. Ungesundes Über-Kopf-Arbeiten entfällt damit. Ebenso die Notwendigkeit einer helfenden Hand bei besonders schweren Gütern. Arbeitsunfälle gehören damit der Vergangenheit an.
War dies auch Sinn und Zweck, als Sie bei Bartels entschieden haben, den Schritt hin zur Automatisierung Ihrer Regal-Lösungen zu wagen?
Auch. Vor allem aber ging es uns darum, unsere Regale durch die Möglichkeit der Automatisierung noch besser an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen. Der Bedarf ist ganz klar da, die Möglichkeiten sind es auch. Also war es nur eine logische Konsequenz, diesen Schritt als Unternehmen zu gehen.
Obwohl Bartels lange Zeit ja eher für seine manuellen Lösungen bekannt war.
Das möchte ich gern korrigieren: Bartels ist seit Langem für seine nach Maß gefertigten Regale bekannt. Da diese bis vor gar nicht allzu langer Zeit fast flächendeckend manuell bedient wurden, galt dies auch für unsere Lösungen. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch drastisch verändert. Die flächendeckende Digitalisierung eröffnet ganz andere Möglichkeiten, zu deutlich erschwinglicheren Preisen. Unser Ziel war es immer, Kunden genau die Lösungen zu liefern, die ihre Betriebsabläufe optimal unterstützen. Die Option zur Automatisierung eines Regals reiht sich hier nahtlos ein.
Klingt, als würden Sie auch weiterhin manuelle Lösungen bauen.
Selbstverständlich. Wir bauen jedes Regal so wie es für den jeweiligen Bedarf am besten ist. Ein Regal zu automatisieren, das nur einmal am Tag bedient wird, mag zwar bequem sein, angesichts der damit verbundenen höheren Anschaffungskosten ist es aber betriebswirtschaftlich wenig sinnvoll. Wir schauen uns immer die individuelle Situation an, darauf aufbauend entwickeln wir dann die jeweils beste Lösung. Dank der Entwicklung des Automatic-Tower kann diese nun auch automatisiert sein, muss sie aber nicht. Das zeigt auch unser Programm auf der LogiMAT, zu der wir auch dieses Jahr wieder unser klassisches Roll-Aus-Regal, ein Palettenregal und ein Schubfachregal für Bleche mitnehmen. Klassisch mit manuellem Antrieb, optional aber schon lange auch mit Motorunterstützung. Die Automatisierung ist eine Option von vielen, die wir unseren Kunden anbieten, um stets die beste Lösung zu finden.
Spielt KI und die mögliche Einbindung von Lagerlösungen in Betriebsumgebungen ohne jegliche menschliche Interaktion in diesem Zusammenhang für Sie auch schon eine Rolle?
Noch ist es ja so, dass in den allermeisten Betrieben nach wie vor Menschen arbeiten, auch wenn die technischen Möglichkeiten es bereits zuließen, sie zu ersetzen. Die Frage ist aber immer, zu welchem Preis und mit welchen Folgen für die entsprechende Betriebsumgebung. Künstliche Intelligenz kann sicherlich unterstützend wirken und es gab schon immer Leuchtturm-Projekte, die eine technische Avantgarde abbildeten. Wir beliefern aber hauptsächlich Unternehmen, in denen echte Menschen arbeiten, welche wir mit unseren Lösungen unterstützen. Dabei ist der Einsatz einer KI nicht auszuschließen, mitunter aber so wenig zielführend wie die Automatisierung eines Regals, das kaum bewegt wird. Wir werden uns nach wie vor darauf konzentrieren, die jeweils beste Lösung für jeden Kunden zu bauen und unser Produktportfolio entsprechend immer weiter entwickeln. Was das im Detail bedeutet, können wir gern besprechen, wenn es soweit ist.
Sehr gern! Für die anstehende LogiMAT 2026 wünsche ich Ihnen erstmal viele spannende Gespräche!
Vielen Dank.
Die Karl H. Bartels GmbH auf der LogiMAT 2025: Halle 1, Stand B69 & B71
Über die Karl H. Bartels GmbH
Die Karl H. Bartels GmbH ist der Experte für Lagereinrichtungen und Transportgeräte; Spezialität: maßgefertigte Schwerlastregale. Daneben vertreibt Bartels Kippbehälter, Treppensteiger, Handlingsysteme, Behälter u.v.a.m. Bei Bartels erhalten Kunden alles aus einer Hand. Bereits seit über 80 Jahren ist das Familienunternehmen mit diesem Konzept erfolgreich und stattet Lager und Logistikzentren mit allem aus, was sie für einen reibungslosen Betriebsablauf benötigen.
