Produktion, Lieferung und Inbetriebnahme
Als schließlich alles stimmte, wurden insgesamt acht Behälter produziert und ausgeliefert. Diese wurden im Mai 2020 regulär in Betrieb genommen und sorgen seither für einen reibungslosen Abtransport der heißen Produktionsabfälle. „Dank unseres Netzwerks können wir solche Sonderlösungen in ganz Deutschland und auch in Anrainerstaaten realisieren“, erläutert Thomas Taschner, der als Außendienstmitarbeiter viele Tage im Jahr Kunden vor Ort berät.
Aufgrund der besonderen Umstände entschied man sich, die erste Inspektion bereits nach einem halben statt wie üblich nach einem Jahr vorzunehmen. „Dabei wurden wie erwartet lediglich einige Verschleißteile ausgetauscht“, so Sascha Bente. Im Frühjahr 2021 wurden bei einer weiteren Inspektion neue Federn eingesetzt und weitere kleine Reparaturen durchgeführt. Die Abnutzung sei jedoch nicht auffallend stark gewesen bzw. der Verschleiß habe sich im üblichen Rahmen bewegt, berichtet Bente, der mit seinem Team auch nach dem Kauf dafür sorgt, dass die Produkte beim Kunden reibungslos funktionieren.
Resultate und Effizienzgewinne bei HRV
Für die HRV hat sich die Anschaffung in jedem Fall bezahlt gemacht. Die Bodenklappenbehälter können direkt in der Halle in 30 Kubikmeter große Container entleert werden, so dass der zeitliche Aufwand für eine Entleerung von 30 auf knapp 10 Minuten reduziert wurde. „Da die Behälter pro Stunde zweimal entleert werden, verzeichnen wir erhebliche zeitliche Einsparungen“, berichtet Hirschberg. So seien mit den vorherigen Kippmulden täglich 40 Fuhren mit dem Absetzkipper entstanden. „Jetzt fahren wir nur noch acht mal am Tag. Im Prinzip haben wir eine ganze Schicht eingespart und die Belastung der Fahrzeuge deutlich reduziert.“
Der Fuhrpark konnte deshalb von vier auf drei Absetzkipper reduziert werden, die pro Jahr jeweils Reparatur- und Wartungskosten von ca. 40.000 Euro verursachen. Und in dem Bereich konnte von sechs auf vier Mitarbeiter reduziert werden, so dass zwei Mitarbeiter nun für andere Aufgaben zur Verfügung stehen. Zudem arbeiten die Behälter störungsfrei, was gerade bei durchgehendem Betrieb immanent wichtig ist. „Für uns war es wichtig, eine Mulde zu bekommen, die sehr zuverlässig arbeitet“, sagt Matthias Hirschberg. „Bartels hat das sehr gut gelöst und betriebssichere Mulden entwickelt, die bereits ein Jahr ohne Störungen im Einsatz sind. Das gibt es nicht so oft.“
Praxisbeispiel aus dem Hallenalltag
So geht es an diesem Tag im April 2021, abgesehen vom ohrenbetäubenden Lärm der Maschinen, denn auch recht gemächlich im Walzwerk zu. Nur manchmal schaut ein Mitarbeiter in Schutzausrüstung nach dem Füllstand der Bodenklappenbehälter. Als der Behälter mal wieder so voll ist, dass schon einzelne Drähte auf dem Boden landen, kümmert er sich um die Entleerung. Die Luft über dem Behälter flimmert aufgrund des heißen Inhalts.
Zunächst leitet er den Trichter um, aus dem die noch glühenden Drahtenden fallen, so dass ein bereitstehender leerer Behälter zum Einsatz kommt und die Produktion nahtlos weiterlaufen kann. Dann verteilt er die Abfälle mit einem zweizinkigen Schürhaken gleichmäßig im Behälter und schaufelt die daneben gefallenen Drahtenden hinein. Schließlich schnallt er sich die Funksteuerung des Brückenkrans um und fährt den Behälter zu dem 30 Kubikmeter-Container, der am Halleneingang steht. Er senkt den Behälter hinein und löst mit dem Nebenhub des Krans den Öffnungsmechanismus des Behälters aus. Mit einem Rumms fällt der Inhalt in den Sammelcontainer. Dann fährt er den Bodenklappenbehälter wieder hoch und lässt ihn neben dem Container aufsetzen, so dass der Boden wieder verschlossen wird, bevor er ihn zu seinem Standort zurück fährt.
Nach nicht einmal 10 Minuten steht der Bodenklappenbehälter wieder an der Maschine.